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Donnerstag, 22. Februar 2018

VBMR léger - Nexter und Texelis bauen neues leichtes geschütztes Mehrzweckfahrzeug

Roanne, Frankreich (ww) Nexter und Texelis haben durch die französischen Streitkräfte den Auftrag erhalten, das neue Leichte geschützte Mehrzweckfahrzeug (VBMR léger; Véhicules Blindés Multi-Rôles) zu bauen.
Studie des VBMR léger (Bild: nexter)


Das kompakte 4x4-Allradfahrzeug gehört zum „SCORPION“-Programm und soll vor allem den Kräften der Aufklärung- und Nachrichtengewinnung zur Verfügung stehen. Zur Ausstattung gehört natürlich das Führungssystem SCORPION. Es sind mehrere Ausführungen vorgesehen, unter anderem: Truppentransport, Gefechtsstand, Feuerleitung Artillerie, Pionier, Sanität, ISTAR (Intelligence, Surveillance, Target Acquisition and Reconnaissance), taktischer Kommunikationsknoten.
Die Nexter-Gruppe übernimmt die kosten- und leistungsorientierte Entwicklung, Integration, Produktion und Versorgung des VBMR léger. Die Fertigung des komplett in Frankreich hergestellten Fahrzeuges wird in Roanne erfolgen, wo auch das geschützte Mehrzweckfahrzeug VBMR Grifon und der Spähpanzer EBRC Jaguar von den Bändern laufen. Das mittelständische französische Unternehmen Texelis aus Limoges ist ein Spezialist für Anstriebsstränge schwerer Fahrzeuge und wird Entwicklung und Herstellung der Mobilitätskomponenten übernehmen.


www.nexter-group.fr
www.texelis.com

Dienstag, 20. Februar 2018

Lesehinweis: Bericht des Wehrbeauftragten 2017

Berlin (ww) Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels, hat heute seinen Jahresbericht 2017 an den Bundestagspräsidenten übergeben.
Hans-Peter Bartels übergibt den Jahresbericht 2017 an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble (Foto: DBT/Melde)
Der Bericht - hier als PDF-Dokument nachzulesen - stellt einmal mehr den dringenden Handlungsbedarf bei den deutschen Streitkräften dar. Interessanterweise fordert Bartels eine "Trendwende Mentalität", welche er insbesondere in bezug auf die Führungskultur sieht:

"Je zuständiger jemand ist, desto verantwortlicher sollte er entscheiden dürfen, vom Tagesdienst in der Truppe bis zum Rüstungsprozess in den Ämtern. Das schließt übrigens die Möglichkeit ein, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.“

Die von mir geforderte gesamtgesellschaftliche Trendwende Wehrwille ist damit freilich noch nicht gemeint. Daher nochmal als Denkanstoß: "Der wahre Soldat kämpft nicht, weil er das hasst, was ihm gegenübersteht. Er kämpft, weil er das liebt, was hinter ihm steht." (Gilbert K. Chesterton). Die Schere zwischen sicherheitspolitischen Notwendigkeiten und politischem Handeln klafft immer weiter und bedenklicher auseinander. Die sträfliche und jahrzehntelange Vernachlässigung der Parlamentsarmee Bundeswehr ist dafür nur ein Anzeichen. Kein Wunder, daß die Loyalitätsfrage immer lauter gestellt wird - von Staatbürgern mit und ohne Uniformen.

www.bundestag.de

Montag, 19. Februar 2018

Veranstaltungshinweis: 10. GPEC vom 20. - 22. Februar 2018 - Jubiläum in Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M. (ww) Vom 20. bis zum 22. Februar 2018 feiert die Fachmesse GPEC ihr 10. Jubiläum. Erstmals gastiert die von Dr. Uwe Wehrstedt in Leben gerufene und organisierte, alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung in Frankfurt am Main. Die Schirmherrschaft hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier übernommen. Ausstellungsort ist die Halle 11 der Frankfurter Messe.


Seit 2000 hat sich die Leitmesse GPEC als "One-Stop-Shop" für alle Sach- und Ausrüstungsgebiete etabliert. Aktuell haben sich 579 Aussteller aus 30 Staaten und 5.500 Besucher aus 63 Staaten angemeldet. Begleitet wird die GPEC von zahlreichen Fachkonferenzen. So findet auch die Fachkonferenz "Waffen- und Gerätewesen" des Polizeitechnischen Instituts der Deutschen Hochschule der Polizei am 20. und 21. Februar dort statt. Am 21. Februar ist zudem eine "After Work Party" angesetzt.
Entgegen ursprünglicher Planungen ist es mir aus terminlichen Gründen leider nicht möglich, auf der GPEC 2018 dabei zu sein. Ich empfehle sie aber hier gerne weiter. Aufgrund der zentralen Lage in meiner hessischen Heimat lässt sie sich auch für kurzentschlossene Fachbesucher gut erreichen.


www.gpec.de

Freitag, 16. Februar 2018

Trendwende Wehrwille

Berlin, München (ww) Vor 205 Jahren, im Februar 1813, bildete sich das Lützowsche Freikorps. Als Reserveoffizier, der einige Zeit in der Theodor-Körner-Kaserne zu Lüneburg dienen durfte, erinnere ich gerade in unseren sicherheitspolitischen Zeiten und vor dem Hintergrund der Bundeswehr-Traditionsdebatte gerne daran.

Der Verband, in dem sich zahlreiche idealistische Staatsbürger während der Befreiungskriege zusammenfanden, um gegen die damalige napoleonische Besatzungsmacht zu kämpfen, trug schwarze Uniformen mit roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen. Diese Farben - später in der bürgerlichen Revolution 1848/49 allgegenwärtig - spiegeln sich bis heute in unserer Bundesflagge wider.
Die Farben unserer Bundesflagge lassen sich unter anderem auf die Uniform des Lützow'schen Freikorps zurückführen (Foto: Whiskey-13)
Wie weit sind wir heute davon entfernt, uns dieser freiheitsliebenden staatsbürgerlichen Tradition würdig zu erweisen! Die Folgen der mit "Friedensdividende" euphemistisch umschriebenen dreifachen Demobilisierung Deutschlands – stukturell, materiell und intellektuell – lässt sich am deutlichsten anhand des traurigen Zustands der Bundeswehr ersehen. Deren dramatische Lage führt inzwischen selbst im veröffentlichten Meinungsbild zu einem ersten Umdenken. Leider beschränkt sich dies meist nur auf Forderungen nach höheren Haushaltsmitteln. Mit Geld allein ist es freilich nicht getan. Denn selbst wenn in den nächsten Jahren die topmodernste Vollausstattung zulaufen sollte – wer soll diese bewegen und einsetzen? Von dieser sicherheitspolitischen Grundsatzdebatte jedoch bleiben wir noch immer weit entfernt. Und eine Strategic Community, die sich auf sicherheitspolitischen Plauderveranstaltungen selbst befruchtet und in weißen Büchern über volatile Sicherheitsumfelder und Resilienz schwadroniert, ist zwar angenehm und unterhaltsam, entwickelt aber wenig Wirkung.

Freiheit ist nicht kostenlos. Findet sich kaum jemand mehr zu ihrer Verteidigung bereit, dann war sie offenbar umsonst. Einem Staat, dessen Bürger es unter anderem zuließen, daß seine einst stattliche und letztlich von einem Großteil der Staatsbürger selbst getragene Streitmacht auf eine unterfinanzierte, hohl strukturierte, kaum aufwuchs- und durchhaltefähige Profi-Truppe zusammengschrumpft wurde, welche noch dank einiger Idealisten lebt, die aber derzeit nicht zur Landes- und Bündnisverteidigung befähigt ist, dem helfen angekündigte Trendwenden Personal, Rüstung und Haushalt alleine nicht weiter. Einem solchen Staat bleibt vor allem eines zu wünschen: Nämlich daß es noch genug Staatsbürger gibt, die sich im Fall der Fälle auf frühere Traditionslinien der Bundeswehr zurückbesinnen – namentlich die der Heeresreformer, deren Ergebnis Verbände wie die "Lützower" waren. Seinerzeit organisierten quer denkende mutige Staatsleute und progressive militärische Führer sowie engagierte Bürger ihre Wehrfähigkeit neu, um für ihre Freiheit einzustehen.

Freiheit ist nicht kostenlos. Aber um sie verteidigen zu können, werden sich bloße Haushaltserhöhungen alleine als ungenügend erweisen. Angesichts der derzeitigen und sich abzeichnenden sicherheitspolitischen Herausforderungen für unsere Freiheit und Demokratie – insbesondere die „hybride Kriegführung“ – braucht es heute natürlich zunächst sicherheitspolitisch  interessierte und sensibilisierte Staatsbürger. Diese müssen überdies im Fall der Fälle einsatzbereit und willens sein, ihre Freiheit und Demokratie nicht nur in der geistigen, sondern auch in der militärischen Auseinandersetzung zu verteidigen. Oder, um den "Lützower" Theodor Körner zu zitieren, als „Jäger frei und flink die Büchse von der Wand“ nehmen und für ihr Land kämpfen wollen und können. Resilienz reicht nicht, es braucht Resistenz, also Wehrfähigkeit!  Es wird höchste Zeit für eine gesamtgesellschaftliche „Trendwende Wehrwille“.

Horrido!

Jan-Philipp Weisswange

Mittwoch, 14. Februar 2018

US Marines und US Navy ordern Rheinmetall-Infanteriemunition

Düsseldorf , Camden/Arkansas (ww) Die US-Streitkräfte haben Rheinmetall erneut Millionenaufträge zur Lieferung von Munition erteilt. Das  U.S. Marine Corps hat Tag-/Nacht-Übungsgranaten im Kaliber 40mm x 46 im Wert von rund 3 MioUSD (2,5 MioEUR) bestellt.
Rheinmetall zählt zu den führenden Anbietern von 40mm-Wirkmittelsystemen
(Foto: Tom Weber/MilPictures via Rheinmetall)
Die Patronen enthalten keine umweltschädlichen Substanzen und werden bei American Rheinmetall Munitions, Inc. (ARM) in Camden/Arkansas gefertigt. Die ARM ist eine Tochterfirma des Düsseldorfer Wehrtechnikunternehmens Rheinmetall Defence. Die Auslieferung hat im Dezember 2017 begonnen.
Die U.S. Navy wiederum beschafft im Rahmen eines neuen Auftrags im Wert von 3,8 MioUSD (3,2 MioEUR) die neuesten Blitzknallgranaten, inzwischen durch die U.S.-Regierung als MK 24 MOD 0 typenklassifiziert. Die Auslieferung erfolgt 2018 über die ARM, wobei die nicht-letalen Spezialwirkmittel am deutschen Standort Trittau gefertigt werden.
Rheinmetall ist sowohl bei 40mm-Waffensystemen als auch bei Spezialeinsatzmitteln einer der weltweit führenden Anbieter. In beiden Bereichen deckt das Unternehmen das gesamte Spektrum ab und beliefert Streit- und Sicherheitskräfte weltweit mit Komponenten und Systemen. Neben 40mm Low Velocity und High Velocity-Munition treibt Rheinmetall die Fortentwicklung der zukunftsträchtige 40 mm Medium Velocity-Familie voran. Darüber hinaus bietet Rheinmetall auch passende Waffensysteme und Feuerleittechnologie für 40mm-Munition an.



www.rheinmetall.com

Thales am Tiger - spanische und deutsche Streitkräfte ordern Raketen für Kampfhubschrauber

Paris (ww) Die spanischen und die deutschen Heeresflieger haben für ihre Tiger-Kampfhubschrauber mehrere tausend 70mm-Raketen bei Thales bestellt. Die Auslieferung soll in Kürze beginnen.
Tiger HAD-E der spanischen Heeresflieger (Foto: FAMET)
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) orderte 10.000 Übungsraketen des modifizierten Typs FZ90 Mod 4. Dieser zeichnet sich durch einen verbesserten Raketenmotor aus, der weniger Trümmer verursacht.
Die spanischen Heeresflieger (FAMET – Fuerzas Aeromóviles del Ejército de Tierra) 
haben erstmals 1.000 Stück der bereits von Deutschland und Australien genutzten 70mm-NATO-Standardrakete geordert. Sie kommen an dem Tiger in der Ausführung HAD zum Einsatz. Diese Variante trägt vier leichte Raketen-Pods, jeweils zwei FZ225 mit 19 Startrohren und zwei FZ223 mit sieben Startrohren.
Die 70mm-Raketen werden bei Thales Belgien in Herstal produziert. Zu den Nutzernationen zählen Deutschland, Frankreich, Spanien und Australien. Mit den neuerlichen Aufträgen kann Thales seine Position im Bereich der Hubschrauberbewaffnung weiter festigen.

www.thalesgroup.com

Donnerstag, 8. Februar 2018

Das COPAR-Shirt von Taunus-Taktik - durchdachtes Top-Secret-Textil

Taunus (ww) Taunus-Taktik ist bekannt für unkonventionelle Lösungen. Jetzt haben die Tüftler das COPAR-Shirt entwickelt. COPAR steht für Clandestine Operations, Pseudo Operations, Asymmetric Warfare and Reconaissance.
Das COPAR-Shirt in stilechter Umgebung (Foto: Taunus-Taktik)
Das beschreibt ziemlich genau das Aufgabenspektrum, wofür dieses Top-Secret-Textil designt wurde: Verdeckte Operationen, Pseudo-Operationen, asymmetrische Kriegführung und Aufklärung. Der S&T-Blog stellt das Bekleidungsstück hier weltexklusiv detailliert vor.